Staubsaugroboter Roomba 780 im Test

 

Vorgeschichte:

Wir waren schon länger nach auf der Suche nach etwas das uns den Haushalt erleichtern könnte um mehr Zeit für uns und unsere Tochter zu haben.  Da vom Weihnachtsgeld zur Abwechslung einmal etwas übrig geblieben ist begab ich mich auf die Suche nach einer elektronischen „Haushaltshilfe“. Wir wurden uns einig das es ein Staubsaugroboter werden sollte. Bei den Recherchen im Internet stieß ich auf die Roboter der Roomba-Serie des Herstellers IRobot. Da die Bewertungen trotz des höheren Preises von 488€ durchwegs recht positiv waren entschied ich mich für das Modell 780. Ein weiterer Aspekt der für den Roboter war, dass die Firma IRobot auch in anderen Bereichen der Robotik erfolgreich ist z.B. im Bau von Kampfmittelbeseitungsrobotern.

Das auf Neudeutsch „Unboxing“:

Beim öffnen der Verpackung viel gleich positiv auf, dass hier sehr wenig Kunststoff verwendet wurde. Fast alle Teile waren in recyclingfähigen Materialen verpackt. Neben dem Roboter und der Ladestation befindet sich auch gleich ein Satz Ersatzbüsten, Ersatzfilter so wie ein Reinigungsset im Lieferumfang. Vor der ersten Inbetriebnahme wurde sie Anleitung studiert. Die Gebrauchsanleitung ist auf einer DVD in Video und Textform gespeichert was gerade für ältere oder technisch wenig versierte Menschen ein Problem darstellen könnte. Die DVD kann auch in DVD Playern abgespielt werden und die Videos gibt es auch online. Eine Fernbedienung um den Roboter manuell zu fahren so wie 2 „Leuchttürme“ zur Bereichsabgrenzung sind auch dabei. Was leider nicht im Lieferumfang enthalten ist sind die Batterien für die Fernbedienung (2xAA) und für die Leuchttürme (je 2 C-Zellen).

Die erste Inbetriebnahme:

Als erstes werden laut Anleitung die Transportsicherungen und der Isolierstreifen von der Batterie entfernt. Vor dem ersten Gebrauch sollte der Roboter vollständig aufgeladen werden. Nun werden Wochentag und Uhrzeit über die Sensortasten eingestellt. Eigentlich braucht man dafür keine Anleitung sondern kann das Gerät intuitiv bedienen. Es gibt prinzipiell 3 Möglichkeiten den Reinigungsvorgang zu starten: 1. Den Clean Button am Roboter , 2.Start via Fernbedienung oder 3. Vorprogrammieren einer Reinigungszeit im Schedule.

Wenn der Roboter los fährt kommt einem das zuerst etwas chaotisch vor, doch bei näherer Beobachtung erkennt man die Arbeitsweise des programmierten Reinigungsalgorithmus. Im Wesentlichen beginnt er kreuz und quer zu fahren bis er irgendwo ansteht und fährt entweder in eine andere Richtung weiter oder tastet sich an dem Objekt entlang. Dadurch erstellt er für sich einen virtuellen Grundriss des ihn umgebenden raumes. Sämtliche Sensoren sind durchwegs verschleißfrei da es sich um optische Sensoren handelt. Wenn er an eine Stelle kommt wo er schon gegen ein Hindernis gefahren ist wird er kurz vor diesem langsamer. Was für das System leichte Probleme darstellt sind „Soft hits“ also Objekte die bei der Kollision nachgeben oder sich verschieben. Solche Objekte verlängern etwas die Laufzeit da sich dabei für ihn der Grundriss ändert.  Wenn die Reinigung abgeschlossen ist meldet Roomba dies mit fröhlichem Gedudel. Fehler werden sprachlich ausgegeben, jedoch leider nur in Englisch. Wurde Roomba von der Ladestation aus gestartet fährt er automatisch bei niedrigem Akkustand sowie nach Beendigung seiner Arbeit zu ihr zurück.

Die Reinigung nach erledigter Arbeit:

Wenn alles erledigt ist muss auch der Roboter gereinigt werden was eigentlich schnell und einfach von der Hand geht. Der Auffangbehälter wird geleert, bei der Gelegenheit reinige ich auch gleich immer die Hepa-Filter. Weiters sind die Bürsten und die optischen Sensoren an der Unterseite zu reinigen. Was einem bei der Reinigung der Bürsten auffällt ist eine kleine goldfarbene Scheibe die in Wahrheit ein Piezosensor ist welcher den Aufprall von Schmutzpartikeln misst. Damit erkennt der Roboter ob noch Schmutz am Boden liegt. Laut Handbuch wird auch empfohlen den Roboter bei Nichtverwendung angesteckt zu lassen, was wie ich gemerkt habe durchaus Sinn macht um die Entladung durch den Standby Zustand zu verhindern, natürlich kann man auch den Akku raus nehmen, jedoch muss dann jedes mal die Uhr neu gestellt werden.

Mein persönliches Fazit und Anmerkungen:

Der Roomba 780 ist ein sehr schön verarbeiteter Roboter der einem einiges an Arbeit abnimmt und durch aus Sinn macht. Er ist wirklich sehr gründlich und pflegeleicht. Kommt man dadurch ohne einen normalen Staubsauger aus? Von mir gibt es dazu ein klares „Nein“ als Antwort. In gewisse Ecken kommt er einfach nicht rein und Möbeln die nicht zu unterfahren sind erweisen sich logischerweise als Hindernis. Ratsam ist es auch wenn die Räume einzeln bearbeitet werden. Ich würde ihn nicht die ganze Wohnung auf einmal reinigen lassen, es ist außerdem ratsam vorher aufgeräumt zu haben. Was sich als eine kleine Fehlkonstruktion heraus gestellt hat ist die Ladestation. Diese sollte an einer Wand stehen weil der Roboter sie sonst beim befahren zur Seite schiebt. Es gibt auch nette Zusatzgeräte zu kaufen wie zum Beispiel einen Bluetooth-Adapter sodass der Roboter via Tablet gesteuert werden kann. Energieverbrauch und Zeitaufwand beim konventionellen reinigen eines Raumes unter Verwendung eines Siemens Staubsaugers (im Betrieb ca. 1240W) : 0,082kWh / 4min   Energieverbrauch und Fahrzeit des Roboters bei dem gleichen Raum:  0,0175 kWh / 26min . Die Aufladezeit wenn der Akku ganz leer ist beträgt ca. 50 min. danach geht die Ladestation in die Ladeerhaltung über bei einer Leistungsaufnahme von 0,9W.   Würde ich mir nochmal einen Staubsaugroboter kaufen? Ich denke ja, auch wenn da hinsichtlich der Software noch Verbesserungen möglich sind. Unsere Tochter liebt auf jeden fall den Roboter 🙂

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