Die Wasserlochklamm

                                                              

 

Aufbruch zur Klamm:

Schon seit über einem Jahr wollte ich die Wasserlochklamm in der Nähe von Palfau besuchen. Leider hatte dies bis jetzt Zeitmangel, das Wetter oder die Unlust des Kindes das verhindert. Man muss auch sagen dass diese Naturattraktion 2h Autofahrt von mir entfernt ist, also auch nicht grad ein Katzensprung. Letztes Wochenende war es endlich so weit , ich hatte Zeit, das Kind war gewillt zu wandern und das Wetter schien auch nicht so schlecht zu sein. Probleme beim Start gab es nur mit der Kleiderwahl meiner Tochter ….. Wanderschuhe sind o.k. , aber ich will mit dem Sommerkleid wandern gehen …. . Also was macht man als Vater um die Diskussionen zu umgehen, man packt das Gewand inkl. Regengewand und Jause in den Rucksack und hofft auf die Einsicht des Kindes vor Ort. Da sich der Nothsteg mit der Krausshöhle auch in der Nähe befand kannte ich die Strecke schon halbwegs und Google Maps meinte es wären nur 1h 40min bis dort hin. Das Garmin im Auto war da mit der Streckenführung und einer Dauer von 2h anderer Meinung. Also folgte ich den Anweisungen des Navi´s. Wie es sich herausstellte nahm es wohl doch die „landschaftlich schöne Strecke“. Mein Tipp an der Stelle, ihr sollte euch bei einem Besuch die beste Strecke für euch selber raus suchen. Noch dazu kennt kaum ein Navigationsgerät die Adresse des Startpunktes. Wenn ihr über Palfau anreist ist der Weg zur Klamm ab dort beschildert.

 

An der Klamm angekommen:

Dort angekommen erwischten wir gleich einen Parkplatz, leider hingen dichte Wochen zwischen den Bergen und es sah sehr nach Regen aus. Neben dem Haus das den Ticket-Schalter für die Klamm beinhaltet gibt es auch noch ein Restaurant welches bei Motorradfahrern sehr beliebt ist, aber dazu später mehr. Neben den Tickets für die Klamm (6,50€ für Erwachsene und 4 € für Kinder) durfte ich der jungen Dame gleich auch noch ein Eis ausgeben.  Von der Dame am Schalter wurde uns gesagt das es nicht sehr ratsam ist mit einem Kind den Rundweg zu gehen, und das wir lieber wieder über die Klamm absteigen sollen. Die Gehzeit nach oben war mit 1,5h  und mit einem Höhenunterschied von 325m angegeben. Danach folgte der Spruch aller Eltern: „Jetzt gehen wir noch mal aufs Klo und dann gehen wir los“. Trotz der hohen frequentierung muss man festhalten das die Toiletten sehr sauber waren.  Das erste kleine Abenteuer war die Überquerung der Hängebrücke über die Salza auf der man die ganzen Kanufahrer und Rafter beobachten konnte. Von Seiten meiner Tochter kam gleich : Das will ich auch machen . Auf der anderen Seite erwartete uns das Drehkreuz durch das man eben nur mit Ticket kommt.

Die Hängebrücke

Start in die Klamm:

Von da an ging es erst mal Berg ab und ein Stück der Salza entlang. Diese hat eine sehr schöne Färbung , ein richtig tiefes Kristallgrün. Jetzt wurde bereits klar das der Weg nicht einfach werden würde, denn er war dort schon zum Teil sehr schmal und felsig. Nach einem kurzen Anstieg erreichten wir die erste Brück und es wurde sehr Kühl. Also packte ich ihre lange Hose und die Regenjacke aus. Wie ihr euch vorstellen könnt hielt sich die Begeisterung sehr in Grenzen. Da wusste sie noch nicht das sie mir dafür später dankbar sein würde, und wenn ich ehrlich bin, ich hätte mir auch eine Regenjacke mitnehmen sollen. Wir sind um die erste Kurve des schmalen Klammeinstieges gegangen und wurden bereits zum ersten mal nass. Das Problem war nicht dass das Wasser aus den Wolken kam sonder von dem tosenden Wasserfall der sich durch die Klamm ergoss. Den ersten Lesern wird jetzt bereits aufgefallen sein das die Klamm anscheinend nichts für Leute ist die mit Flipflops wandern gehen oder Angst vor Wasser und steilen Treppen bzw. unwegsamen Gelände haben. Nach der ersten Dusche ging es relativ angenehm durch die malerische Schlucht, immer entlang des rauschenden Wassers. Die Stege und Brücken sind in einem sehr guten Zustand und zeugen davon das der Eintrittserlös gut verwendet wird. Die Wege sind bis jetzt breit genug gewesen das man aneinander vorbei kommt. Doch gab mir das Aussehen der Leute die uns entgegen kamen eine leichten Grund zur Sorgen, die sahen nämlich alles aus wie der sprichwörtlich begossene Pudel. Ein paar Höhenmeter später sahen wir dann die Ursache, den zweiten großen Wasserfall, neben dem der Weg nach oben führte. An dem sind wir dann in angemessenem Tempo flott vorbei nach oben gestiegen. Man kann jetzt schon verraten das um so höher man kommt, desto schöner und malerischer werden die Wasserfälle. Teilweise kann man sich durch das wild rauschende Wasser kaum noch unterhalten und die Wege werden teilweise sehr rutschig, steil und eng. Für die leichten Strapazen wird man aber immer durch einen grandiosen Ausblick auf das Naturschauspiel entschädigt. Die letzten Höhenmeter zum Wasserloch führt der Weg etwas abseits vom Wasser entlang und man kann die reichhaltige Flora genießen.

 

 

 

Oben ankommen :

Kurz vor dem Ende der Klamm und dem finalen Blick aufs Wasserloch kommt man an einer kleine Holzhütte vorbei die einem beim Abstieg die Möglichkeit gibt seine Jause zu essen und die Landschaft zu genießen, aber zuerst geht es noch eine letzte sehr steile Treppe nach oben zu einem Aussichtspunkt von dem man das Wasserloch gut sehen kann. Auf der anderen Seite des Aussichtspostens biete sich einem der grandiose Blick durch die Klamm ins Tal. Für diejenigen die es bis dort hin geschafft haben gibt es auch noch eine Art von Gipfelbuch in das man sich eintragen kann. Laut Runtastic auf meinem Handy waren es 392 Höhenmeter und 1 Stunde und 20 Minuten Gehzeit.

 

 

Der Abstieg oder  Runter kommen sie alle:

Nach dem schönen Ausblick und der Eintragung ins Buch ging es runter über die steile Treppe (empfehle an der Stelle Eltern immer zu erst) zur Holzhütte in der wir erst mal unsere Jause gegessen und getrunken haben. Für all jene die von dort oben in Echtzeit Bilder via Whatsapp und Co verschicken wollen, ihr braucht Gedult weil dort oben ist meist nur Edge verfügbar. Dort oben haben wir auch ein Pärsche getroffen das den Weg mit einem kleinen Baby im Tragetuch auf sich genommen hat. Respekt! Wenige Meter von der Hütte entfernt teilt sich dann der Weg. Wir nahmen den durch die Klamm zurück wie uns geraten wurde. Nochmal vorbei an den ganzen tollen Wasserfällen welche wir beim Abstieg noch mehr genießen konnten. Hier ist auch Vorsicht geboten denn beim Abstieg macht das ganze Wasser das Holz nicht weniger rutschig. In etwa einer Stunde waren wir dann wieder am Drehkreuz angekommen. Dann ging es ab über die Hängebrücke auf die andere Seite zum Restaurant wo wir uns ein Abendessen gegönnt haben , und natürlich gab es dann für die Kleine auch noch ein Eis 🙂 Das Essen war tadellos und die Preise sind auch im Rahmen. Ich muss hier noch festhalten das ich sehr stolz auf meine Tochter (9) bin dass sie diese Wanderung ohne großes Gejammer so gut geschafft hat.

Abendessen

 

 

Mein Fazit und meine Empfehlungen:

Die Wasserlochklamm in der sich das Wasser tosend über die 5 Wasserfälle ergießt ist auf alle Fälle sehr sehenswert. Ich würde nochmal durch gehen und dann vielleicht den anderen Abstiegsweg versuchen. Auf jeden Fall notwendig ist festes Schuhwerk und eine Regenjacke ist sehr empfehlenswert. Im Internet gibt es auch noch interessante Bericht über das Erkunden des Wasserlochs durch Höhlentaucher. Wenn man durch die Klamm wandert sollte man sich vielleicht auch immer wieder in Erinnerung rufen das die ganzen Wege mit viel Handarbeit und Schweiß dort entstanden sind.

 

Links:

Homepage der Wasserlochklamm

Homepage der leider nicht mehr aktiven Tauchergruppe

 

 

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