{"id":877,"date":"2024-08-29T21:49:17","date_gmt":"2024-08-29T19:49:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wurzelausdrei.at\/blog\/?p=877"},"modified":"2024-08-29T21:49:44","modified_gmt":"2024-08-29T19:49:44","slug":"repair-and-share-6-der-fire-fogger-3000-mit-fremdverschuldeten-wahrnehmungsproblemen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wurzelausdrei.at\/blog\/?p=877","title":{"rendered":"Repair and share #6 Der Fire Fogger 3000 mit fremdverschuldeten Wahrnehmungsproblemen"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.wurzelausdrei.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/FF3000.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"395\" height=\"351\" src=\"https:\/\/www.wurzelausdrei.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/FF3000.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-878\" srcset=\"https:\/\/www.wurzelausdrei.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/FF3000.jpg 395w, https:\/\/www.wurzelausdrei.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/FF3000-300x267.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 395px) 100vw, 395px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>Vorgeschichte:<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages sprach mich ein Kollege aus dem Stahlbau an, dass seine Freiwillige Feuerwehr eine  Nebelmaschine h\u00e4tte welche nicht mehr funktionieren w\u00fcrde und ob ich mir das mal anschauen k\u00f6nnte. Seine FF Kollegen h\u00e4tten sich daran versucht, aber h\u00e4tten sie nicht funktionsf\u00e4hig bekommen. Da ich selber schon mal eine Nebelmaschine hatte *goodoldtimes* war ich daran interessiert einen Blick darauf zu werfen und was kann da schon kompliziertes drinnen sein. Also habe ich zugesagt mir das Ganze mal anzusehen. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Funktionsweise einer solchen Nebelmaschine: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Prinzip ist relativ einfach und schnell erkl\u00e4rt. Man hat einen Tank worin sich das sogenannte Nebelfluid befindet, was meistens eine Mischung aus Glykol und Wasser oder etwas vergleichbaren ist. Wichtig ist auf jeden Fall, dass es ungiftig und nicht brennbar ist, obwohl &#8230;. \ud83d\ude42 . Das Gebr\u00e4u wird von einer Membranpumpe angesaugt und dann in einen vorgeheizten Verdampfer eingespritzt wo sich das Zeug dann unter Ausdehnung zu einem Nebel verwandelt. Elektrisch gesehen ist in den Ger\u00e4ten normalerweise nicht viel drinnen, ein Netzteil, eine Controller Platine f\u00fcr die Temperatur und Pumpensteuerung, Membranpumpen, eine Heizung sowie ein Thermoelement und ein Sicherheitsthermostat. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Reparatur:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hab das Ger\u00e4t eigentlich ohne genauere Informationen erhalten, wusste nur das es nicht funktioniert und dass sich daran schon die ein oder andere Person versucht hat. Habe die Transportkiste ge\u00f6ffnet und da lag schon mal ein Becher mit Schrauben drinnen und das Geh\u00e4use war teilweise offen. Das versprach ja schon mal lustig zu werden. Das Ger\u00e4t wurde sogleich mal angesteckt und eingeschaltet, auf dem Display erschien &#8222;Warming up&#8220; und das wars dann auch schon, es \u00e4nderte sich daran nichts mehr. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ok&#8220;, dachte ich mir und begann den Rest vom Geh\u00e4use zu entfernen. Was soll ich sagen, es hatten sich daran anscheinend \u00fcber die Jahre mehrere Leute daran versucht und ihren pers\u00f6nlichen &#8222;Stil&#8220; hinterlassen. Anschl\u00fcsse waren &#8222;fachm\u00e4nnisch&#8220; angel\u00f6tet, Kupfer-Fittinge an den Pumpen waren gerissen, das Geh\u00e4use war auch innen mit dem Fluid benetzt und eine paar Konfetti der letzen Partys waren auch noch da. Was auch gleich aufgefallen ist, war dass das Kupferrohr am Verdampfer bereits verf\u00e4rbt war, was auf \u00dcberhitzung des Gleichen schlie\u00dfen lie\u00df. <\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Hand war f\u00fchlbar, dass die Heizung noch funktionierte, also konnten die Heizung und der \u00dcbertemperaturthermostar, der ein Bimetallschalter an der Oberseite der Heizpatrone war, schon mal leider ausgeschlossen werden. Nach dem Studium der Steuerplatine erwies diese sich als sehr angenehm durchstrukturiert und logisch aufgebaut. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.wurzelausdrei.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/ff3000pcb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"361\" height=\"269\" src=\"https:\/\/www.wurzelausdrei.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/ff3000pcb.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-879\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.wurzelausdrei.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/ff3000pcb.jpg 361w, https:\/\/www.wurzelausdrei.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/ff3000pcb-300x224.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 361px) 100vw, 361px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Links befanden sich die Anschl\u00fcsse f\u00fcr das Thermoelement, dar\u00fcber der OPV f\u00fcr die Auswertung und dar\u00fcber und links vom Mikrokontroller sa\u00df ein guter alter ADC um den Messwert vom Analogen ins Digitale zu bringen. Rechts waren noch Linearregler f\u00fcr 12V und 5V sowie die Triac\u00b4s f\u00fcr die Versorgung der Pumpen und der Heizung. <\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die Heizung ja funktioniere, hatte ich gehofft, dass das Thermoelement die F\u00fc\u00dfe gestreckt hat, was sich aber gleich als unbegr\u00fcndete Hoffnung herausstellte. Danach habe ich mir die Verst\u00e4rkerschaltung vorgenommen. Am Ausgang in Richtung ADC kam nichts Raus. Ok, dachte ich, also ist der Verst\u00e4rker gestorben, kann ja mal passieren. Also habe ich versucht nach dem Aufdruck den Typ zu identifizieren was bei SMD Teile ja immer so ne Sache ist. Wie sich herausstellte war das schon wieder so ein spezial Teil von Verst\u00e4rker. Dieser war ein dual OPV und ausgerechnet der untere Teil wo das Thermoelement dran hing, war einer mit einer internen Referenzspannungsquelle veredelt *\u00e4chz*. Wer sich f\u00fcr die Type interessiert, das war ein TSM103 von ST . Ersatztyp war nat\u00fcrlich nicht zu finden und die \u00fcblichen Quellen wie Conrad, RS, Reichelt, &#8230; hatten das Ding nat\u00fcrlich nicht. Schlussendlich habe ich dann 5 Stk. bei Mouser Electronic bestellt ,beidem der Versand gleich teuer war wie der Rest, also alles in allem 25\u20ac . Die Lieferung war aber innerhalb einer Woche da, und war auch professionell ESD verpackt. Die Auswahl dieses Verst\u00e4rkers macht durch ihre interne Referenz bei den Verst\u00e4rkungsfaktoren und thermischen Einfl\u00fcssen aber auch Sinn, ist nur nicht sehr verbreitet. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.wurzelausdrei.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/TSM103.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"439\" height=\"203\" src=\"https:\/\/www.wurzelausdrei.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/TSM103.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-880\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Also habe ich den kleinen K\u00e4fer fachgerecht getauscht, wobei man sagen muss dass das SOIC8 Geh\u00e4use wirklich noch angenehm zu handeln ( Achtung engl. Wort \ud83d\ude42 ) ist. Voller Vorfreude das Ger\u00fcmpel gestartet und was soll ich sagen &#8230;. : Verdammt! Wieder  kein Ausgangssignal vom OPV. Hab ich da irgendwas \u00fcbersehen? Das Vogelfutter (die Bauteile um den Verst\u00e4rker) war doch messtechnisch in Ordnung gewesen. Bin ich schon total bl\u00f6d? Dann hab ich mal herum gemessen und mir die Spannungen ausgehend vom GND des TSM103 angeschaut. Bis ich dann auf die Anschlussklemme des Thermoelementes kam. Dabei wurden die Augen gr\u00f6\u00dfer&#8230; Wie zwischen der Plusleitung vom Element zum GND gibt&#8217;s keine Spannung, das Thermoelement war doch ok. Erinnert ihr euch, dass ich gesagt habe, dass daran schon einige rumgebastelt hatten? Tja anscheinend hat jemand die Anschl\u00fcsse des Thermoelementes auf der Platine verdreht. Somit Konnte die Messung auch nicht funktionieren. Die beiden Anschl\u00fcsse habe ich gedreht und siehe da Richtung ADC gabs ein Messsignal . *Hurra*<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnen wir die Reparatur nun als abgeschlossen betrachten? Nachdem da noch ein Poti f\u00fcr die Einstellung der Verst\u00e4rkung der Temperaturmessung drauf ist w\u00fcrde ich sagen nein. Und nat\u00fcrlich hat auch da jemand herumgedreht, denn die Meldung am Display &#8222;Ready to fog&#8220; kam erst bei \u00fcber 330 Grad.  Normalerweise arbeiten diese Maschinen bei einer Verdampfer-Temperatur zwischen 170 und 240 Grad. Aber wie stellen wir das nun ein????<\/p>\n\n\n\n<p>Wie zu erwarten war, gab es im Datenblatt der Maschine keine Angaben zur Temperatur. Dachte wenn ich sowas konstruieren w\u00fcrde , dann w\u00fcrde ich eine sinnvolle Einheit w\u00e4hlen. Der ADC hatte einen Eingangsbereich von 5 V also dachte ich an 1V \/ 100 Grad in Verbindung mit dem F\u00fchler. Also habe ich das mal so eingestellt. Noch dazu hatte ich keine Ahnung wie da die Hysterese und die Messzeiten Programmiert waren und durch die Thermische Masse neigte das Dingens sehr zum \u00dcberschwingen. Zum Gl\u00fcck lag ich mit meiner Vermutung in der N\u00e4he von dem was da vermutlich Original eingestellt war. Eingestellt habe ich das nun so, dass sich die Heizung bei ca. 215 Grad ausschaltet, dabei schwingt sie noch ca. 10 Grad dr\u00fcber. Der darauf folgende Nebeltest verlief ganz zufriedenstellend. Geht die Heizung auf die 300 Grad zu kommt die Meldung &#8222;Out of order&#8220; und das Relais auf der Platine f\u00e4llt ab. Wichtig ist auch das kein fl\u00fcssiges Fluid ausgesto\u00dfen wird , da dies zu Verbrennungen f\u00fchren kann.  Im Anschluss hab ich die Verkabelung und das Innenleben wieder salonf\u00e4hig gemacht und zugeschraubt. Damit war das Projekt f\u00fcr mich abgeschlossen. Nat\u00fcrlich wollte ich sie urspr\u00fcnglich in den &#8222;so gut wie neu&#8220; Zustand bringen, aber nachdem ich gesehen habe wie liebevoll sie gepflegt wird hab ich es dann gelassen. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sei auf alles gefasst und traue nichts und niemanden wenn da vorher wer dran rumgeschraubt hat!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorgeschichte: Eines Tages sprach mich ein Kollege aus dem Stahlbau an, dass seine Freiwillige Feuerwehr eine Nebelmaschine h\u00e4tte welche nicht mehr funktionieren w\u00fcrde und ob ich mir das mal anschauen k\u00f6nnte. Seine FF Kollegen h\u00e4tten sich daran versucht, aber h\u00e4tten sie nicht funktionsf\u00e4hig bekommen. 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